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Formen von Psoriasis
Es gibt verschiedene Formen der Psoriasis. Die häufigste Form ist Psoriasis vulgaris, bei der es zu Rötungen und Schuppenbildung kommt.
Psoriasis

Formen von Psoriasis

Es gibt verschiedenen Formen von Psoriasis. Die meisten Patienten leiden an Psoriasis vulgaris.

Psoriasis vulgaris

80 bis 90 Prozent aller Menschen mit Psoriasis haben diese Form der Schuppenflechte. Sie geht mit silbrig-weißen Schuppen und entzündlichen Rötungen (Plaques) einher. Meist zeigt sich dies an den Streckseiten der Beine oder Arme (vor allem Ellbogen und Knie), auf der Kopfhaut, den Ohren oder am unteren Teil des Rückens. Die Läsionen können unterschiedlich groß sein und letztendlich überall am Körper auftreten. Man spricht auch von Plaques-Psoriasis.

Es gibt zwei Typen dieser Schuppenflechte. Typ I tritt meist vor dem 40. Lebensjahr auf und es lässt sich eine Häufung innerhalb der Familie feststellen. Dieser Typ hat einen schwereren Verlauf als Typ II. Oft kommen hier Triggerfaktoren hinzu, wie eine Streptokokkeninfektion oder bestimmte Arzneimittel. Rund 60 bis 70 Prozent aller Betroffenen mit Psoriasis vulgaris haben diesen Typ.

Typ II tritt meist bei Menschen über 40 Jahren auf. Ein gehäuftes Vorkommen innerhalb der Familie ist hier in der Regel nicht der Fall. Dieser Typ tritt häufig in Kombination mit einer Psoriasis-Arthritis und einer Nagelpsoriasis auf. Diesen Typ haben rund 30 bis 40 Prozent aller Menschen mit Psoriasis vulgaris.

Psoriasis guttata

Psoriasis guttata kommt häufig nach Infektionen zustande. Dann entstehen nicht nur Plaques, sondern auch kleine Knötchen (Papeln), die sich rasch ausbreiten. Kinder entwickeln diese Form mitunter als erstes Auftreten einer Psoriasis.

Psoriasis inversa

Psoriasis inversa tritt meist an ungewöhnlichen Körperregionen auf, beispielsweise in den Falten des Körpers (Achseln, Leiste, Pofalte etc.). Meist haben diese Patienten keine Schuppenbildung, dafür Rötungen, die sich leicht erhaben darstellen. Häufig kommt es zu schmerzenden Rissen in der Haut.

Psoriasis palmoplantaris

Psoriasis palmoplantaris ist charakterisiert durch Rötungen und Schuppung an den Fußsohlen und den Handflächen. Nicht selten kommen schmerzende Hautrisse hinzu.

Erythrodermie

Diese Form der Psoriasis ist sehr selten. Sie tritt meist bei schwerwiegenden Infektionen auf. Dann dehnen sich die Plaques weit aus und führen zu einer Rötung am ganzen Körper. Begleiterscheinungen sind Schüttelfrost und ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Psoriasis pustulosa

Wenn durch die Schuppenflechte Pusteln, also kleine, mit Eiter gefüllte Bläschen auftreten, spricht man von Psoriasis pustulosa. Diese kann örtlich begrenzt sein, beispielsweise an den Handflächen oder Fußsohlen, aber auch auf großen Flächen ausgebreitet sein.

Psoriasis-Arthritis

Bei rund 20 bis 30 Prozent aller Menschen mit Psoriasis geht die Erkrankung mit einem gleichzeitigen Befall der Gelenke einher. Zwei Drittel dieser Menschen haben die Symptome an den Gelenken erst viele Jahre nach den ersten Hautsymptomen. Rund zehn Prozent aller Psoriasis-Patienten haben ausschließlich Gelenksymptome, ohne Veränderungen auf der Haut.

Viele Betroffene haben Probleme an den kleinen Gelenken am Fuß oder an der Hand. Meist geht es dabei um die Endglieder der Zehen und Finger. Wenn alle Gelenke eines Zehs oder Fingers beeinträchtigt sind, nennt man dies Daktylitis. Es können aber auch andere Gelenke betroffen sein.

Nagelpsoriasis

Etwa die Hälfte aller Menschen mit Psoriasis muss mit Nagelveränderungen zurechtkommen. Im späteren Verlauf der Krankheit entwickeln sogar 80 bis 90 Prozent eine Nagelpsoriasis.

Eine Nagelpsoriasis zeigt sich häufig mit Tüpfeln, also kleinen, runden Dellen auf den Nägeln. Auch Ölflecken sind häufig. Das sind braun-gelbliche Verfärbungen unter dem Nagel. Eine weiße Verfärbung an einem sich abhebenden Nagel nennt man Onycholyse. Manchmal liegen darunter gewisse Krümel, die aus der gestörten Verhornung herrühren (Hyperkeratose).

Fedor Singer