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Keratolyse bei Psoriasis
Keratolyse ist der Fachbegriff für das Entfernen der Schuppen von der Haut. Durch die Keratolyse können die Wirkstoffe der äußerlichen Therapie besser in die Haut eindringen.
Psoriasis

Keratolyse bei Psoriasis

Meist teilen und vermehren sich die Keratinozyten bei Psoriasis viel schneller als bei anderen Menschen. Keratinozyten sind bestimmte Hautzellen, aus denen sich die Oberhaut zu 90 Prozent zusammensetzt. Die Keratinozyten sind hornbildende Zellen. Sie stellen Keratin her und differenzieren sich während des Prozesses der Verhornung. Dabei wandern sie aus den unteren Schichten der Oberhaut zu den oberen Schichten. Dadurch wandeln sie sich zu Korneozyten (also Hornzellen).

Normalerweise dauert es rund vier Wochen, bis der Prozess von der Reifung bis hin zum Abschuppen beendet ist. Haben Menschen Psoriasis, geschieht dies in wenigen Tagen. Dieser enorme Zuwachs an Hornzellen kann nicht schnell genug abgebaut werden und bleibt auf der Haut haften. So entstehen Plaques bei Psoriasis.

Wirkstoffe zur Keratolyse bei Psoriasis

Die Plaques bei Psoriasis abzulösen (Keratolyse), ist nicht nur aus kosmetischer Sicht wichtig. Die Schuppen auf der Haut sollten auch aus therapeutischen Gründen entfernt werden. Denn nur dann können die Wirksubstanzen der äußerlichen Therapie bei Psoriasis (Salben, Cremes, UV-Strahlen etc.) tief in die Haut eindringen und den Ort der pathologischen Problematik erreichen. Außerdem stellt die Keratolyse die Hautbarriere wieder her und sorgt für einen besseren Feuchtigkeitshaushalt der Haut.

Bisher hat man meist Pflegepräparate mit Salizylsäure oder Harnstoff (Urea) verwendet. Harnstoff hat den Nachteil, dass Irritationen und ein Brennen auf der Haut entstehen können. Produkte mit Salizylsäure können zu Intoxikationen führen, vor allem dann, wenn die Funktion der Leber und/oder Nieren eingeschränkt ist oder große Hautflächen behandelt werden.

Neuere Wirksubstanzen funktionieren auf rein physikalischer Grundlage. Sie schonen die Haut und gelten als ebenso effektiv wie die bisherigen Präparate, wirken aber schneller. Auch die therapeutische Breite wird als größer eingeschätzt. Dabei handelt es sich um eine Wirkstoffkombination aus Dicaprylyl Carbonat und Dimeticonen. Diese Wirkstoffe fließen unter die Schuppen und in die Zellzwischenräume der Korneozyten. Sie lösen sie schonend und konsequent von den tieferen Schichten der Haut ab. Die Lösung ist fettfrei, und enthält keine Konservierungsmittel, Farb- oder Duftstoffe. Sie riecht, klebt und brennt nicht.

Fedor Singer